Mal wieder die Reifen
Heute haben wir unsere Reise in Richtung Krakau begonnen. Die erste Etappe führte uns über Landstraßen, durch zwei Städte und mehrere Dörfer. Immer wieder säumten dichte Waldabschnitte den Weg – mit zahlreichen idyllischen Picknickplätzen, die zu einer Pause einluden.
An einem besonders schönen See fanden wir schließlich ein Plätzchen, das uns sofort zusagte. Doch die Ruhe währte nicht lange: Beim kurzen Kontrollgang ums Fahrzeug entdeckte ich einen Riss im Reifenprofil. Kein Luftverlust – zumindest auf den ersten Blick – aber der Riss war tief, und ein Metallstück hatte sich in den Reifen geschnitten.
Während ich an einem anderen Reifen den Luftdruck prüfen wollte, passierte das nächste Malheur: Nach dem Entfernen des Druckluftmessers schloss das Ventil nicht mehr. Also schnell das Prüfgerät wieder aufgesetzt – meine Frau hielt es mit leichtem Druck fest, damit nicht noch mehr Luft entweicht. In dem Moment schossen mir nur noch Gedanken durch den Kopf wie: „Wenn jetzt alles schief läuft, stehen wir morgen mit zwei platten Reifen da.“
Während meine Frau den Luftdruckmesser mit leichtem Druck auf das Ventil drückte, stand unser Sohn daneben und feuerte sie mit voller Begeisterung an – als würde sie gerade einen sportlichen Wettkampf bestreiten: „Du schaffst das, Mama!“
In dem Moment fehlte mir allerdings jegliches Verständnis für solche Komik. Mir schwirrten nur Worte wie „Reifenpanne“, „Luftverlust“ und „Reiseabbruch“ durch den Kopf. Aber rückblickend muss ich sagen: Lustiger Kerl – der Junge hat definitiv Nerven.
Zum Glück hatten wir schnell einen Schraubendreher zu Hand – und nach ein paar Minuten Panik am See und vorsichtigen Versuchen, ließ sich das Ventil wieder schließen. Problem behoben. Erstmal durchatmen.
Eine Stunde später dann die Erleichterung: Der Reifen hält stabil seine 7 Bar. Auch der erste Test mit dem Lochsuchspray beruhigte uns – kein Zischen, kein Bläschen. Durchatmen, Teil 2.
In etwa 22 Kilometern Entfernung gibt es einen Reifenservice. Dort werden wir morgen anhalten – vielleicht sogar unseren nächsten Stellplatz einrichten. Aber für heute gilt: Puh, nochmal Glück gehabt.
Schnelle Reifenreparatur und ein spontanes Frühstück
Unser Reifen wird zum Glück innerhalb von vier Stunden repariert – schneller als erwartet! Die Zeit bis dahin nutzen wir sinnvoll: Da sonst noch alles geschlossen hat, gönnen wir uns ein Frühstück bei M. Nicht unbedingt ein kulinarisches Highlight, aber genau das Richtige, um wach zu werden und die Wartezeit zu verkürzen.
Danach bleibt noch genug Zeit, um den Ort ein wenig zu erkunden. Manchmal bringen unerwartete Pausen die schönsten kleinen Entdeckungen mit sich.
Glück im Unglück – Reifen gerettet!
Nach dem Abnehmen und einer gründlichen Untersuchung konnten wir aufatmen: Die Beschädigung ließ sich zum Glück noch durch Vulkanisation reparieren.
Wie auf dem Bild zu sehen ist, sind mittlerweile keine Spuren mehr zu erkennen – sauber gemacht!
Verursacht wurde der Schaden durch eine fiese Glasscherbe. Wäre sie tiefer eingedrungen, hätte es gefährlich werden können – ein geplatzter Reifen war nicht ausgeschlossen.
Zum Glück haben wir rechtzeitig reagiert und alles richtig gemacht. Jetzt kann die Reise sicher weitergehen!
Zwischen Autoreparatur und Kultur – Ein unerwarteter Zwischenstopp
Während unser Fahrzeug in der Werkstatt war, nutzten wir die Gelegenheit, die Umgebung zu erkunden – und wurden positiv überrascht. Unser Weg führte uns zur wunderschönen katholischen Kirche Kościół Rzymskokatolicki pw. Św. Jakuba Apostoła, einem beeindruckenden Ort der Ruhe und Geschichte.
Im Anschluss besuchten wir das Regionalmuseum in der Burg Schlochau. Die imposante Anlage ist die zweitgrößte Ordensburg des Deutschen Ordens im heutigen Polen. Auch wenn heute nur noch der Turm und Teile der Grundmauern erhalten sind, ist die Atmosphäre des Ortes spürbar. Eine angebaute Kirche wurde mittlerweile in eine moderne Ausstellungs- und Veranstaltungsfläche umgewandelt – ein spannender Kontrast zwischen Geschichte und Gegenwart.