Regentag – Landstraße, Pierogi und ein herzliches Willkommen
Am heutigen Regentag haben wir uns auf den Weg nach Łódź gemacht – ganz in Anlehnung an den bekannten Schlager: „Theo, wir fahr’n nach Lodz!“ Der Weg dorthin führte uns ausschließlich über Landstraßen, was die Fahrt zwar etwas länger, dafür aber umso abwechslungsreicher machte. Unterwegs kehrten wir an einer kleinen Raststätte ein und aßen rustikal zu Mittag. Die bestellten Pierogi waren – zu unserer Überraschung – nach russischer und nicht nach polnischer Art zubereitet. Geschmeckt haben sie trotzdem hervorragend! Trotzdem bleibt ein zweiter Versuch auf echte polnische Pierogi natürlich ein Muss.
Auf dem Weg passierten wir eine gewaltige Raffinerie, und die nächste Stadt wirkte stark industriell geprägt – mit durchnummerierten Plattenbauten, die wenig Charme versprühten, dafür aber eindrücklich zeigten, wie unterschiedlich Polen in seinen Facetten ist.
In Łódź angekommen, erwartete uns ein kleiner, inhabergeführter Wohnmobilstellplatz. Der Platz liegt direkt neben dem Haus des Besitzers, nur durch eine kleine Brücke getrennt. Er ist erst seit ein paar Monaten in Betrieb und wird mit viel Herzblut betrieben. Unser Fahrzeug weckte sofort seine Aufmerksamkeit – noch während der Einfahrt zückte er sein Handy, um ein paar Fotos zu machen.
Spontan baute er am Abend eine Feuerschale in der Platzmitte auf und lud alle Gäste zum gemeinsamen Würstchengrillen ein. Diese freundliche Geste war für uns ein echtes Highlight – so willkommen fühlt man sich heutzutage nur noch selten.
Direkt gegenüber liegt ein kleiner See, der als Naherholungsgebiet dient. Es gibt dort einen Tretbootverleih, einen Spielplatz, einen Nina- und Kletterparcours sowie mehrere Grillstellen – ideal für eine entspannte Auszeit am Wasser.
Viel Lachen in Łódź
Heute stand ein ganz besonderes Programm in Łódź auf dem Plan. Zuerst machten wir uns mit den öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg in den Zoo. Dort warteten zahlreiche Highlights auf uns – allen voran das beeindruckende Orientarium.
Dort begegneten wir nicht nur Elefanten, sondern hatten das Glück, genau zum Elefantenbaden vor Ort zu sein – perfekt getimt! Doch das war längst nicht alles: Krokodile, Affen und viele weitere spannende Tiere machten den Besuch zu einem echten Erlebnis. Besonders beeindruckend war der Unterwassertunnel: Auf der einen Seite ein farbenfrohes Korallenriff, auf der anderen ein großes Haibecken – einfach faszinierend!
Ein unerwartetes Familienhighlight: das Gürteltier, das vom Tierpfleger gestreichelt wurde. Als dieser wegging, blieb das Gürteltier wie angewurzelt stehen, als wollte es sagen: "Hey, wo willst du hin? Ich war doch noch nicht fertig!" Sein Kollege im Nachbargehege hatte offenbar andere Sorgen – er lief ständig auf und ab, als hätte er einen kleinen Dachschaden.
Und als wäre das alles noch nicht verrückt genug, hüpfte im Nachtbereich ein känguruähnliches Tier in der Größe eines Siebenschläfers herum – zum Glück hinter Gittern.
Zum Abschluss stärkten wir uns noch im Zoo-Restaurant. Doch ich hatte noch eine persönliche Mission: Ein roter Panda musste mit – als Stofftier. Gesagt, getan! Der kleine Rote Panda namens Łódź hat jetzt ein neues Zuhause gefunden.
Danach begann der entspannte Teil des Tages: ein Spaziergang von 700 Metern zum Aqua Park. Zwei Stunden im Wasser später waren wir vollkommen erschöpft – aber glücklich – und machten uns mit Bus und Bahn wieder auf den Weg zum LKW. ( Text N.B.)
Shopping & Staunen in Łódź
Heute stand Shopping auf dem Programm – und zwar mit Stil! Zuerst flanierten wir über die Piotrkowska-Straße, die längste Fußgängerzone Europas. Die Straße ist nicht nur gesäumt von Cafés, Boutiquen und historischen Gebäuden, sondern hat auch etwas ganz Besonderes: In den Boden eingelassene Steine mit Namen und Nummern. Anfangs dachten wir, es handele sich um Stolpersteine – doch weit gefehlt! Es sind Spendersteine, die auf charmante Weise zeigen, wer sich für die Verschönerung der Stadt engagiert hat.
Danach ging es weiter ins Einkaufszentrum Manufaktura – ein echtes Highlight! Dieses riesige Shopping-Paradies befindet sich in den Gebäuden eines ehemaligen Industriekomplexes und verbindet historische Backsteinarchitektur mit moderner Eleganz. Ein echtes Industriedenkmal mit Stil! Die Fotos sprechen für sich – so eindrucksvoll, dass man fast vergisst, dass man eigentlich zum Einkaufen da war.
Roses Passage – Spiegelmosaik und eine ganz persönliche Geschichte
Die meisten unserer Fotos sind in einer kleinen Gasse entstanden, deren Fassaden vollständig mit funkelnden Spiegelmosaiken überzogen sind. Verantwortlich für dieses eindrucksvolle Kunstwerk ist die Künstlerin Joanna Rajkowska, die auch das Projekt selbst ins Leben gerufen hat.
Roses Passage ist nicht nur ein visuelles Highlight, sondern ein zutiefst persönliches Kunstwerk. Es bezieht sich auf die Krankheit von Rajkowskas Tochter Rose – ein sensibles, berührendes Thema, das in Form von Kunst verarbeitet wurde.
Die Umsetzung war aufwendig: Stück für Stück wurden Wände und Innenhof eines Mietshauses in der Piotrkowska-Straße 3 mit zerschnittenen Spiegelteilen beklebt. Die ehemals dunkle Hofecke wurde so in ein Meer aus Lichtreflexionen verwandelt. Die zahllosen Spiegelfragmente fangen das Licht ein, reflektieren es in alle Richtungen – und lassen den Ort lebendig flackern.
Doch bei aller Schönheit liegt eine tiefere Bedeutung in diesem Projekt: Die verzerrten Spiegelbilder symbolisieren die beschädigte Netzhaut von Roses Auge nach einer überstandenen Chemotherapie. Die Illusion, die durch die zersplitterten Spiegel entsteht, steht für die fragmentierte Wahrnehmung der Realität – so, wie Rose sie womöglich erlebt.
Roses Passage ist eine stille Einladung an die Betrachtenden, sich Zeit zu nehmen und die Fragmente neu zusammenzusetzen – visuell und gedanklich. Ein Ort, der nicht nur durch seine Ästhetik beeindruckt, sondern auch durch die Geschichte, die er erzählt.
Freie Übersetzungen der Webseite https://lodz.travel/de/tourismus/was-ist-hier-zu-sehen/die-piotrkowska-strasse/roses-passage/